Samstag, Dezember 22, 2007

Weihnachtszeit

Adventszeit in Spanien bedeutet leider, dass man auf klassische Weihnachtsmärkte mit Glühwein und Punsch und auf Spekulatius verzichten muss :-( Ansonsten aber ist vieles ähnlich: Riesige beleuchtete Weihnachtstannen (und -Palmen) gibt es auch hier und im Hintergrund läuft in den Läden "Jingle Bells", nur statt Lebkuchen gibt's Turron.

Außerdem sehr beliebt in den Straßen: Frisch geröstete Maronen und Maiskolben.

In unserer WG gab es letzten Donnerstag eine kleine Weihnachtsfeier, bevor die meisten Erasmus-Studenten nach Hause zu ihren Familien gefahren sind. Hier freuen sich die französichen Freundinnen von Emma über ein mehrere Kilo schweres Kekspaket..



Torben und andere Gäste.




Geschmückte Calle Alfonso I und die Basilika im Hintergrund, vor der eine große begehbare Krippe aufgebaut war... War aber wohl eher etwas für Kinder...



Wenn etwas Weihnachten in Spanien nicht fehlen darf, dann ist es die Weihnachtslotterie (Sorteo de Navidad). Jedes Jahr gibt der Spanier durchschnittlich über 100 € aus, um ein oder mehrere Lose mit einer fünfstelligen Nummer zu kaufen. Man kann insgesamt über 2 Millarden Euro gewinnen, der Hauptpreis "El Gordo" (Der Dicke) beträgt 540 Millionen Euro!

Jedes Jahr am 22.12. kommt es zur Ziehung, die auf fast jedem Fernsehsender live übertragen wird. Aus zwei Trommeln werden Holzkugeln gezogen, eine mit einer Losnummer und eine mit dem Gewinn. Die Zahlen werden von zwei Schülerinnen vorgesungen! Da insgesamt mehrere Tausend Nummern gezogen werden, kann man sich leicht vorstellen, dass die ganze Prozedur mehrere Stunden dauert... und schnell langweilig wird.

Morgen am 23.12. geht es ersteinmal zurück nach Deutschland. Ab dem 3. Januar heißt es dann wahrscheinlich "Lernen für die Klausuren" ... Aber hoffentlich auch "Skifahren in den Pyrenäen" :-)

Also: Feliz Navidad an alle!!

Montag, Dezember 17, 2007

Valencia & Teruel

Mit 'nem geräumigen Bulli und 6 Jungs ging es letztes Wochenende nach Valencia.


Zwischen Valencia und Zaragoza liegt erst einmal: nichts. - Außer Wüste.

Stimmt nicht ganz: Es gibt noch eine kleine Stadt in der Mitte, bekannt für maurische Architektur, Türme der alten Stadtbefestigung und leckerem Schinken.

Pünktlich um 13.40 Uhr wurde auf einem der Türme zum Mittagessen geläutet. (Video)


Kleiner Weihnachtsmarkt auf der Plaza de la Reina.


Schön weihnachtlich geschmückte Palmen vor dem Rathaus. -- Fazit: Valencia hat viel mehr Flair als Zaragoza und vor allem: Das Mittelmeer.






















Sonntagliche Folklore. (Video)

Dienstag, Dezember 11, 2007

Barcelona

Da Barcelona sozusagen "in der Mitte" von Aix-en-Provence und Zaragoza liegt (ja ich weiß: geographisch nicht ganz korrekt!), haben Sanja und ich beschlossen, uns noch mal vor Weihnachten dort zu treffen. Weihnachtliche Stimmung kam aber bei 20 Grad und Sonne dennoch nicht auf. :-)












Am Strand von Barcelonetta.


Typische baskische Tapasbar... (Video)


Gaudis Park Güell - Kein Geheimtipp, sondern touristisch völlig überlaufen. Der Park ist trotzdem ein wunderbarer Ort, komisch dass ich erst beim dritten Barcelonaaufenthalt hierhin gefunden habe?!


Das größte Stadion in Europa steht in Barcelona: Mehr als 100.000 Plätze bietet das Camp Nou! Das Spiel gegen Deportivo La Coruna war zwar leider nicht ausverkauft, aber die Stimmung war trotzdem hervorragend! Und gleichzeitig die Weltklassespieler Deco, Messi, Henry, Eto'o und Ronaldinho beim tricksen zuzusehen, wollte ich mir nicht entgehen lassen... Das Video zeigt den 2:1 Siegtreffer per Elfmeter...


Auf dem Berg Dibidabo, 512m über der Stadt, ein fantastischer Blick inklusive. Dazu geschätzte 200 km Windgeschwindigkeit, so dass man beinahe von der Plattform geweht wurde!





Letzter Abend: Sonnenuntergang am Hafen.

Montag, Dezember 03, 2007

Uni

Das Eramsussemester ist ja (leider) nicht nur zum Feiern und Reisen gedacht, sondern ab und zu muss man sich auch in der Uni sehen lassen.

(Foto: Alle etwa 90 Erasmusstudenten bei der Einführungsveranstaltung im September)

Hier habe ich fünf Vorlesungen belegt. Zwei kann ich mir hoffentlich jeweils für die Schwerpunktfächer in Münster anrechnen lassen, bei den anderen drei muss ich mal sehen, was das Prüfungsamt am Ende dazu sagen wird..

Die Uni hier ist schon etwas anders als in Deutschland, es ist vor allem viel verschulter. Die spanischen Studenten können sich auch nicht beliebige Kurse aussuchen, sondern sie sind nach Nachnamen eingeteilt. Z.B. A-H von 11.00 bis 13.00 Uhr und H-S von 13.00-15.00 Uhr usw... Die Erasmusstudenten allerdings konnten sich die Kurse aussuchen und so einen angenehmeren Stundenplan kreieren, der nicht unbedingt um 8 Uhr in der Frühe beginnt! ;-)

Die Kurse hier sind nicht so voll, wie ich es in Deutschland gewohnt bin: In 3 Kursen sind wir ca.40 Leute, in einem nur etwa 20 und in 'Comunicación Comercial' sitze ich oft nur mit 5-8 Leuten!

Auch wenn die Professoren hier oft noch jünger sind als die in Münster, scheinen mir mache nicht so "fortschrittlich": Es ist kaum möglich, Unterlagen im Netz herunterzuladen, die meisten Studenten sitzen lediglich im Unterricht um schnellstmöglich alle Folien oder das Gekritzel an der Tafel abzuschreiben. Schnell voran kommt der Kurs so nicht..und viel Spass macht diese Art von Unterricht auch nicht. Denke wir sind in Münster wohl etwas verwöhnt mit meistens guten Unterlagen und Downloads... Das lernt man erst zu schätzen, wenn es einmal anders ist...

Viele Kurse haben zudem nicht nur einen abschließenden Test am Ende des Semesters, sondern auch zwischendurch gibt es immer wieder mal kleine Testate. Zum Glück waren diese bisher nicht allzu schwer. Ich hoffe mal, dass dies bei den Klausuren im Januar und Februar auch der Fall sein wird! - Bei vielen fängt mittlerweile die "Lernphase" an, denn so unglaublich viel Zeit bleibt bis Mitte Januar nicht mehr (wenn man Weihnachten und Silvester etc. nicht unbedingt in der Bibliothek sitzen will)!
In manchen Fächern muss man zudem noch Gruppenarbeiten abgeben, ich bin in einem Fach zusammen mit einer Finnin und zwei Spaniern in einer Gruppe. Jeden Freitag müssen wir eine weitere Präsentation halten, die wir zuvor bearbeitet haben. Es ist nicht soo leicht, in Spanisch zu präsentieren, aber es ist eine gute Übung...

Ende dieser Woche ist aber erst einmal ein langes Wochenende ab Donnerstag und ich werde mich mit Sanja "in der Mitte" von Zaragoza und Aix - in Barcelona - treffen für einige Tage.. Das darauffolgende Wochenende werde ich mit einigen Erasmusleuten (hoffentlich) Valencia besuchen... Und dann ist schon Weihnachten und ich werde nach Hause fliegen! --- Es wird also nie langweilig hier! Die Zeit vergeht aber viel zu schnell.... :-(

Montag, November 19, 2007

Besuch aus der Heimat!

Wenn Freunde aus der Heimat nach Spanien kommen wollen, warum dann nicht alle auf einmal!? Das macht doch viel mehr Spass!!

Gesagt - getan. Und so wurde aus unserer 3er WG für kurze Zeit eine 11er WG... :-)

Kurze Siesta in der Sonne nach Zaragoza-Stadttour und anstrengendem All-you-can-eat-Tapas-Buffet...



Nach einigen Erasmuspartys in Zaragoza ging es zusammen für 4 Tage nach Barcelona. Der erste Abend auf dem Plaça del Rei...Später sollten wir hierhin noch zurückkehren und uns ins Nachleben Barcelonas stürzen!



Das beste an unserem Hostel: Die Panoramaterasse auf dem Dach mit einem herrlichen Blick über Teile der Stadt.



Per Gondel auf den Montjüic.








Die Neuverpflichtungen des FC. Barcelona bei der Präsentation im Camp Nou.



Stadtbesichtigung: Sagrada Familia


Mercat de La Boqueria - Farbenfroher Markt mit Ständen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen!


Am Strand von Barcelona, leider zum Schwimmen zu kalt...

Letzter Abend: Abschlussfoto am Hafen.








Montag, November 05, 2007

Madrid und ZGZ

M A D R I D

Endlich habe ich es geschafft, Madrid zu besuchen, ohne mich dabei auf das Estadio Bernabéu oder den Flughafen beschränken zu "müssen".

Vor allem aber musste ich nicht alleine die Stadt erkunden, sondern es kam Verstärkung aus der Provence. :-)


Rund um die "Puerta del Sol" im Herzen der Stadt, wo auch unser Hostel lag, ist die Bar-, Kneipen und Restaurantdichte am höchsten. Die Auswahl ist riesig, und glücklicherweise sind die Preise äußerst studentenfreundlich!

Neben Tapas- und Shopping-Touren stand natürlich auch Stadt-besichtigung auf dem Programm. Vieles kann man zu Fuss erkunden, auch wenn der ein oder andere Hügel zu erklimmen war. Dank guter Stadtpläne und Reiseführer war es aber kein Problem, durch die engen Gassen und breiten Boulevards zu finden.


Madrid ist außerdem die Heimat einiger der bekanntesten Museen der Welt: Wir haben uns für das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia entschieden, hier links z.B. Picassos "Guernika"... Insgesamt: Sehr zu empfehlen!




Das "königliche" Schloss in Madrid... (Was ein feiner Wortwitz! hehe)








Tag und Nacht aktiv: Die Stadt trägt nicht zu unrecht den Titel "Partyhauptstadt Europas".


Z A R A G O Z A

Nach einigen Tagen in der Hauptstadt wartete Zaragoza auf uns. Da ich auch noch nicht alle Sehenswürdigkeiten der Stadt gesehen hatte, ging es gemeinsam zu den alten Ruinen römischer Theaters, Stadtmauern und Foren, zum maurischen Castillo de la Aljafería und natürlich zum Wahrzeichen der Stadt: Der Basilica del Pilar.


Feinste islamische Baukunst: Der Aljafería-Palast.






Blick vom nördlichen Turm der Basilica auf den Rio Ebro und Teile der Altstadt.









Auch wenn unsere WG-Küche hervorragend ausgestattet ist und wir das ein oder andere Mal auch selbst den Kochlöffel geschwungen haben, waren die köstlichen Tapasbars und die erschwinglichen Preise einfach zu verlockend. Aber wahrscheinlich würde ein ganzen Jahr nicht ausreichen, um alle Varianten und Bars zu probieren...

Samstag, Oktober 13, 2007

Fiesta del Pilar

Vom 6. bis zum 14. Oktober war es endlich soweit, worauf die ganze Stadt seit langem zu gewartet hatte: Das Pilarfest - oder auch korrekt: "Fiesta zur Ehren unserer Jungfrau Maria de Pilar".

Kleine historische Kunde: Nach einer erwürdigen und antiken Überlieferung, kam die Jungfrau Maria, als sie bereits in Jerusalem gestorben war und bevor sie in das Himmelreich aufstieg, nach Zaragoza um den Apostel Santiago zu konsultieren. Dabei hat sie eine Säule (spanisch: "pilar") hinterlassen, um die nacheinander mehrere Kapellen errichtet wurden.

Heute ist der 12. Oktober ein nationaler Feiertag - Anlass für viele Auswärtige, in die Stadt zu kommen und am Festprogramm teilzunehmen: Eröffnungszeremonie, Blumengabe an die hl. Jungfrau, Rosenkranzprozession, Musikkonzerte auf Bühnen in der ganzen Stadt und im Fussballstadion, Tänze, Sportveranstaltungen, Ausstellungen, Feuerwerke, aragonesische Folklore, Stierkämpfe, Märkte ... und vor allem: tägliche Fiestas bis in die Morgenstunden.

Wichtiges Utensil dabei war für alle Personen während der ganzen Pilarwoche ein rot-schwarz-kariertes Halstuch. Jedes Stadtfest hat angeblich sein spezielles Erkennungszeichen....

Zusätzlich sind in der ganzen Stadt die "Peñas" unterwegs: Festvereine von etwa jeweils 100 Mitgliedern, die mit ihren Kapellen für gute Laune sorgen. Gekleidet sind die Mitglieder dabei alle gleich, z.B. mit weißer Hose und grünem Hemd. Gerne wurde man tief auch in der Nacht oder in aller Frühe von Pauken und Trompeten geweckt, da wieder mal eine Peña vor meinem Fenster auf der Straße herzieht . Kleines Beispiel-Video:



Zudem war die Pilarwoche die Geburtstunde einer vielleicht großen Fernsehkarriere: Auf dem Weg nach Hause fragte uns (Bernd und mich) ein TV-Team des Regionalsenders ARAGON-TV (berichtete ständig live von dem Fest...), ob sie uns kurz interviewen dürften. Wir sollten berichten, was wir bisher von dem Pilarfest gesehen hätten. Da wir an diesem Tag bisher kaum mehr als das Oktoberfest besucht hatten, haben wir also kurz im perfekten Spanisch erläutert, was die Unterschiede zu dem in München sind... Zum Abschluss sollten wir noch kurz "Ein Pro-sit, ein Pro-sit...." auf deutsch singen.... Und das alles live. "Das war der Startschuss in ein besseres Leben als Superstar - voller Drogen, Sex und Rock 'n Roll!" :-)


OFRENDA de FLORES y FRUTAS und BAILES

Am 12. Oktober, dem Hauptfesttag, ziehen jedes Jahr ab früh morgens mehr als 400.000 Leute in Richtung Kathedrale, um dort knapp 8 Millionen Blumen zu einer gigantischen Blumenpyramide anzuhäufen, an deren Spitze eine Marienfigur trohnt. An diesem Tag zieht jeder Aragonese seine traditionelle Tracht an und die Stadt ist voll von Menschen.


Um dieses Spektakel nicht zu verpassen, mussten wir direkt nach der nächtlichen Fiesta (die üblicherweise bis 07.00 Uhr dauert), dem obligatorischen Frühstück (Churros mit Chocolate) und der morgentlichen Vaquilla (Stierrennen s.u.) auf den Hauptplatz pilgern. Dank donnernder Kampfjets, die verschiedene Formationen über der Stadt flogen, schliefen wir dabei nicht ein.. :-)




















MÚSICA & FIESTAS

Kein Stadtfest ohne ordentliche Fiestas! Und davon hatte Zaragoza in den letzten Tagen genug zu bieten, die einzige Frage, die sich stellte, war: "Wohin gehen wir heute abend??" Zur Auswahl standen regelmäßig verschiedene Festgelände, an denen oft zunächst mehr oder weniger aktuelle und bekannte Bands spielten. Zu den "Pet Shop Boys", "Travis" und zu Rod Steward bin ich allerdings nicht gegangen... Zu "Dover" allerdings leider auch nicht... - Die Eintritts- und Getränkepreise hielten sich in Grenzen - vielleicht auch deswegen waren die Partys überfüllt mit Menschen. Ein Brauch vieler spanischer Jugendlicher ist dabei die Botellón (Botella = große Flasche): vor der Party, auf öffentlichen Plätzen und Straßen versammeln sie sich zum gemeinsamen Alkoholkonsum und Feiern, vornehmlich mit 1-1,5 Literflaschen. Danach geht es dann weiter zu den Fiestas.

Desweiteren standen auch zwei verschiedene Oktoberfeste zur Auswahl: "Original typisch deutsche Getränke, Speisen und Musik" wurde angekündigt. Dass hieß selbstverständlich: Bratwurst, Haxe, Veltins aus Masskrügen und bayrische Kapellen. Dazu sangen die Spanier "Ein Prosit - ein Prosit - der Ge-müt-lich-keit!" Sehr witzig wenn Spanier "Oans, zwoa gsuffa" rufen! :-) Wenn man vom Oktoberfest genug hatte, gab es nebenan auch eine große Kirmes, die mich aber nicht allzu sehr gereizt hat...

Alternative zu den Festzelten war das Altstadtviertel mit unzähligen Bars und Kneipen. Sonst sind diese schon oft überfüllt, während der Festwoche war es noch ein wenig voller... Leider habe ich es so nicht mehr geschafft, Heike zu treffen, die aus Burgos mit einigen Freunden nach Zaragoza gekommen war...

In der Stadt verteilt waren auch etliche Bühnen (vielleicht vergleichbar mit Osnabrücker Maiwoche oder Münsteraner Stadtfest??), die Bands allerdings waren mir alle nicht bekannt... -

















TOROS und VAQUILLAS

Was verbindet man mit Spanien? - Stierkampf? In der spanischen Gesellschaft mehr als umstritten, aber in der Pilarwoche fanden trotzdem jeden Tag Veranstaltungen in der Arena statt. Dabei konnte man zwischen zwei sehr verschiedenen Angeboten wählen.


1.)
Zum einen der traditionelle Stierkampf, der vor allem durch streng geregelte Durchführung und fester Rituale gekennzeichnet ist. Es treten nacheinander 3 Matadore auf, die jeweils 2 "Kämpfe" bestehen. Wir hatten uns eine andere Art des Stierkampfes angeschaut, bei der ein Reiter gegen den Stier antritt. Es war schon beeindruckend, wie dressiert das Pferd war und trotz der Gefahr durch den Toro nicht aus der Fassung zu bringen war.

Aber der Stierkampf hat auch eine andere Seite, nämlich wenn der Stier brutal abgeschlachtet wird und das Publikum dabei völlig aus dem Häuschen gerät. Wenn der Matador nach der Meinung des Leute einen großen Kampf gezeigt hat, fordern sie durch das Winken von Taschentüchern eine Trophäe für den "Helden". Der oberste Vorsitzende kann sie dann gewähren: Ein oder zwei Ohren des Stieres, bei besonderer Leistung auch gerne den Schwanz dazu. Bei der stolzen Ehrenrunde danch auf den Schultern seiner "Trainer" wirft der Matador diese dann gerne ins Publikum.

Stierkampf scheint für mich alles in allem eine fragwürdige und grausame Tierquälerei zu sein. Es ist nicht unbedingt mein Wunsch, nochmal zu dieser Art von "Unterhaltung" zu gehen...

Das Publikum bei dem traditionellen Stierkampf setzt sich hauptsächlich aus zwei Gruppen zusammen: Ältere Spanier zwischen 60 und 100 Jahren - und den Touristen. Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen in Spanien lehnt den Stierkampf ab, viele zeigen dies unter anderem durch Demos z.B. vor der Arena. Es war schon ein denkwürdiges Bild: Eine Straßenseite mit den Senioren (Durchschnittsalter 70, auf dem Weg zur Corrida) - und auf der anderen Seite die jungen Leute, die nicht verstehen wollten, wie man sich an der Qual des Stieres ergötzen kann.






Die Arena - mehr als 200 Jahre alt und eine der ältesten in Spanien.

2.)
Die "Vaquillas" sind völlig anders. Sie finden nicht am frühen Abend wie der Stierkampf statt, sondern während der Pilarwoche jeden Morgen um 08.00 Uhr.
Das bedeutet für den Spanier, dass man nach der Fiesta, die normalerweise gegen 7 Uhr endet, und nach dem Frühstück - vorzugsweise heiße zähflüssige Schokolade mit in Fett gebackenem Spritzgebäck - mit kleinen Augen und Kater zu dem Stiertreiben geht. Wobei allerdings Schlafen hier nicht angebracht ist: Ein verrückter junger Stier mit Ansätzen von Hörnern rennt durch die Arena und einige Mutige (meistens Männer zwischen 15 und 35) versuchen, die Aufmerksamkeit des Stieres auf sich zu lenken und ihn dann z.B. zu überspringen oder ihm gekonnt auszuweichen. Das Publikum ist im Gegensatz zum Stierkampf sehr jung, der Durchschnitt liegt vielleicht bei Anfang 20...


Alle 5 Minuten wird der Stier von zwei dicken Milchkühen abgeholt und der nächste Bulle wird in die Arena gelassen. Blut fließt bei den Vaquillas nicht und auf den Rängen, wo die Penas mit ihren Kapellen versammelt sind und dem Publikum einheizen, herrscht eine unglaubliche Partystimmung.

Die Mitte der Arena steht dabei allen offen, und so haben auch wir (Alex, mein Tutor uns ich) uns wagemutig in die Mitte gestürzt, während die Mädels lieber von der Tribüne aus zuschauen wollten. Wenn der Stier einem zu nahe kommt, bleibt einem immer noch der rettende Sprung über die Wand oder die Flucht auf die Plattform in der Mitte. (Wobei der ein oder andere Stier auch den Sprung auf die Plattform schafft und diese sich dementsprechend schnell leerte....)


Mein Tutor allerdings kam einmal zu spät und der Stier nahm ihn auf die Hörner: Das Ergebnis waren u.a. blaue Flecken, ein gestauchter Arm und ein Foto in der Zeitung am nächsten Tag.
Normalerweise gehen die Vaquillas glimpflich für alle Beteiligten, inkl. des Stieres, aus.
Es war alles in allem eine total verrückte Sache...


FUEGOS ARTIFICIALES


Eine weitere Sache, die die Leute auf die Straßen und Plätze treib, war das all-abendliche Spektakel am Himmel. Jeden Tag wurde an einem anderen Ort der Stadt ein großes Feuerwerk präsentiert. Zum Abschluss, am Sonntag, gab es an der Kathedrale direkt am Ebro das große Abschlussfeuerwerk. Ca. eine halbe Stunde dauerte dieses, danach war das Pilarfest offiziell beendet und irgendwie freute man sich schon wieder auf ruhigere Tage... ;-)


Beim Pilar 2008 könnte ich mir allerdings wieder gut vorstellen, nach Zaragoza zu kommen......

Samstag, Oktober 06, 2007

Aix en Provence

Dank Ryanair war ich letztes Wochenende in Aix-en-Provence, um Sanja zu besuchen und um das franzöische Erasmusleben kennenzulernen. Zusammen mit drei anderen Studenten hatten wir uns einen kleinen Wagen gemietet und damit die Provence erkundet. Die Landschaft war unbeschreiblich schön und die Stadt Aix ist ganz anders als Zaragoza. Allerdings sind auch die Preise in Bars, Restaurants und Clubs um ein vielfaches höher, was natürlich für Spanien sprechen würde! :-)



Der Blick aus dem Fenster in Sanjas Wohnheim: Daran kann sich gewöhnen...





Auf dem Weg in den Luberon.





Die roten Ockerfelsen von Roussillon. (Video)

Die Verdonschlucht, oder besser bekannt als "Grand Canyon" Frankreichs, war das nächste Ziel. Die Wagemutigen oben rechts in der Ecke des Fotos sind mir übrigens gut bekannt... (Beim Vergrößern erkennt man sie besser.)

Nichts für Personen mit Höhenangst - der "Gorges du Verdon" ist einer der größten Canyons Europas und bis zu 700 Meter tief! Faszinierend waren auch die riesigen Adler, die ständig tief über unseren Köpfe hinweggeschossen sind - das sie so unglaublich groß sind, hätte ich nie gedacht.

Auf dem Rückweg mussten wir eine kleine Pause einlegen, da er hier nicht von der Straße wollte...



Rike und Jörg.







Die Calanques bei Cassis: Herrliche Buchten am Mittelmeer. Allerdings muss man vorher eine kleine Wanderung in Kauf nehmen, da die abgeschiedenen Buchten nicht so gut zu erreichen sind, wenn man von der eigenen Yacht absieht!
Der Herr hier auf dem Bild hat wohl den einen der besten Plätze zum Zeitung lesen, Käse essen und Rotwein genießen gefunden!

Auf dem Rückweg nach Aix - spektakuläre Serpentinen und gefährliche Steilküsten inklu.



Auf dem täglichen Markt von Aix: Frisches Obst, feinster Honig, die leckersten Kekse..und: stinkiger Käse. Für jeden etwas dabei!